Buchdruck und Normierung
Inhaltsverzeichnis
Der Buchdruck als Medienrevolution im 15. und 16. Jahrhundert
Bedeutung von Literalität
Bedeutung der Alphabetschrift
Bedeutung der Sinne und der Stellung des Autoren
Mit der Erfindung des Buchdrucks kommt laut Giesecke insbesondere der optischen Wahrnehmung des Menschen eine besondere Gewichtung zu: „Je mehr Wissen die Gesellschaft nach den neuzeitlichen Prinzipien in den gedruckten Büchern gespeichert hat, desto mehr prämiert sie das Auge und wertet andere Sinneserfahrungen ab“ (Giesecke 1996: 12). Diese erkenntnistheoretische Auffassung hebt sich, so Giesecke, selbstverständlich drastisch von der durch das christliche Mittelalter geprägten Zeit ab, die auf dem Prinzip der Verkündigungstheorie beruht und somit auf ein kommunikatives Grundkonzept zurückzuführen ist (vgl. Giesecke 1996: 12). Die Vorstellung der Gläubigen vom Erwerben „wahrer Erkenntnis“ basiert hier, laut Giesecke, auf der Annahme, dass Informationen entweder unmittelbar von Gott oder von Anderen verkündet werden: „Nicht das 'äußere' Auge, mit dem die Neuzeit ihr 'wahres Wissen' produziert, sondern das Hören auf 'innere' Stimmen, ermöglicht in der alten Zeit Erkenntnisgewinn“ (Giesecke 1996: 13). Ebenso wie Maria ihre Nachrichten durch Mittler wie Engel, Tauben, Träume oder Zeichen empfängt, erhalten auch die anderen Gläubigen ihre Botschaften (vgl. Giesecke 1996: 13).
In der Neuzeit hingegen ist Informationsbeschaffung nach Giesecke geprägt durch die Entschlüsselung der klassischen Selbsttypisierung von Autoren. Die Autoren fühlen sich, so Giesecke, "nicht mehr als 'stilum' Gottes und die Leser teilen die neue Einschätzung der Autoren“ (Giesecke 1996: 13). Das Erwachen des Autorenbewusstseins in der Neuzeit ist nach Giesecke (1996: 14) durch Wille und Sinn gekennzeichnet, die einen Schreiber „[...] zu einem unverwechselbaren Schöpfer von geistigen Werken“ machen.
Die Anfänge der schriftlichen Fixierung der Grammatiken
Italienische Grammatiken und Sprachtraktate
Einleitender Text: -Bedeutung des Lateinischen -Dichte von Grammatiken in der Zeit von .. bis .. -Zusammenhang mit der Questione della lingua, ihre Sprache und Lexik (Dante, Boccaccio, Petrarca) -Bezüge zu den großen Schriftstellern der Zeit - Abschnitt Normgrammatik -Gegenseitige Beeinflussung des Buchdruckes, d.h. die von ihm hervorgebrachte Notwendigkeit einer Sprachnormierung und der Erscheinung der Grammatiken
Grammatiken
~1434-43 Grammatichetta vaticana von Leon Battista Alberti 1516 Regole grammaticali della volgar lingua von Giovan Francesco Fortunio 1525 Prose della Volgar von Pietro Bembo 1529 Grammatichetta Giovan Giorgio Trissino 1533 La grammatica volgar dell'Ateneo von Marco Antonio 1549 Fondamenti del parlar toscano von Rinaldo Corso 1550 Osservazioni della volgar lingua von Lodovico Dolce ~1551 Commentarii della lingua italiana (veröffentlicht 1582) von Girolamo Ruscelli 1552 Regole della lingua fiorentina von Pierfrancesco Giambullari